Interview mit Elke Erben – 03.03.2026

Elke und ich treffen uns in Overath in dem Café „Kaffeepause“.
Nachdem sie mich interviewt hat, tauschen wir die Rollen.

Elke erzählt begeistert von Ihrem Projekt „Hommage an …“ – Fotograf*innen, Künstler*innen oder eine Kunstrichtung, die sie besonders begeistert.

Seit 2020 gestaltet sie jedes Jahr ein Fotobuch – immer im gleichen Stil: Sie stellt am Anfang des Buches den Künstler oder die Künstlerin vor, dann zeigt sie deren Werke auf der linken und ihre fotografischen Interpretationen auf der rechten Seite. Sehr interessant und spannend.


Die Idee dahinter war herauszufinden, ob Elke auch Fotos dieser Art gestalten kann. Denn oftmals schaut sie sich Fotos in Ausstellungen oder Büchern an und fragt sich insgeheim: Warum wird hier nicht meins präsentiert? Was ist das Besondere an den Fotos, die im Museum, in Galerien hängen oder in einem Bildband gezeigt werden? Und wo ist der Unterschied zu meinen?


Insgesamt hat sie bisher sechs Fotobücher dieser Art erstellt: Über Man Ray, Lee Miller, die Neue Sachlichkeit, Lazlo und Lucia Moholy, den Surrealismus und André Kertész. Sie zeigte mir zwei der Fotobücher, die mich sehr begeistern.

Es macht ihr überhaupt sehr viel Spaß Fotobücher zu erstellen. Auch ihre Urlaube hält sie in Fotobüchern fest, aber auch andere Fotos wurden z. B. unter dem Titel „Momente“ oder als Buchserie „Spuren der Vergangenheit“ (Lost Places) in verschiedenen Büchern verewigt.

Ihr Anliegen ist es, durch das Erstellen der Fotobücher und die Beschäftigung mit den jeweiligen Künstlern und Künstlerinnen zu wachsen und vielleicht Neues zu entdecken. Denn oft kommt es zu überraschenden Ergebnissen und sie stellt fest, dass frau mehr kann als sie denkt. Sie möchte auch weiterhin jedes Jahr ein Buch über eine/n Künstler/in erstellen oder andere projektbezogenen Werke schaffen.

Die Foto-Arbeiten, die sie erstellt, macht sie hauptsächlich für sich. Ein Verkauf der Werke wäre schön, aber nicht zwingend. Bei Fotos sei es auch
oft so, dass die Menschen denken, dass sie das selber können (aber meistens nicht machen), und deshalb von dem Kauf eines Fotos absehen.

Sehr gerne präsentiert Elke ihre Werke in Ausstellungen, freut sich über Diskussionen oder interessierte Fragen zu ihren Arbeiten und den Austausch über Fotografie im Speziellen und Kunst im Allgemeinen. Elke möchte mit Ihren Arbeiten die Menschen zum Nachdenken anregen, Dinge hinterfragen und auf das Schöne im Alltäglichen hinweisen. Sie macht auch Motive sichtbar, die von anderen gar nicht gesehen werden. Meistens nach dem Motto: Weniger ist mehr.

Das gilt sowohl für das Motiv als auch für das Mitschleppen von Technik. Mittlerweile reicht bei einer Foto-Exkursion die Kamera mit einem Objektiv.
Kann nur sein, dass sie die gleiche Runde dann nochmals mit einem anderen Objektiv geht.

Das war nicht immer so, denn ihre Begeisterung für die Fotografie begann mit ihrer ersten Spiegel-reflexkamera, die sie sich bereits vor ihrem Abitur zulegte. Alle verfügbaren Brennweiten wurden ausprobiert, SW-Fotos in der eigenen Dunkelkammer entwickelt und alle möglichen Themen als Workshops bei verschiedenen Bildungsträgern präsentiert und
im Fotoclub – damals der erste Fotoclub nur für Frauen – diskutiert.


Auf die Frage nach ihrem ersten Werk, was sie selbst als Kunst bezeichnen würde, berichtet sie von einem Foto, das sie während Ihrer Studienzeit gemacht hat. Es zeigte Äste im Gegenlicht nach einem Eisregen. Das war auch ihr erstes Foto, das bei einem Wettbewerb prämiert und ausgestellt wurde.

Hin und wieder macht sie auch „analoge Kunst“: Papier-Collagen auf gedruckten Fotos oder Malen mit Acryl und Tusche. Aber sie nutzt auch die Möglichkeiten der Bildbearbeitung am PC: Montagen, Doppelbelichtungen, mit NIK- oder Francis-Filtern.


Vielen Dank an Elke für das sehr spannende und interessante Gespräch. Ich wünsche ihr weiterhin viele gute kreative Ideen und die Auseinandersetzung mit interessanten Künstler*innen.

Elisabeth Bruns