Sehr gut besucht war das Alte Baumwolllager Mitte Oktober 2025, denn es ging um essentielle Fragen rund um das Thema Heimat. Mit minimalem Bühnenaufbau ist es den Akteurinnen Heike Bänsch, Kristin Kunze und Fouzia Yousufi (vrnl) gelungen, das Publikum zum Mitdenken zu bewegen.
Wo ist meine Heimat? Warum habe ich als Geflüchtete oder vom Krieg verfolgte so oft Heimweh? Was bedeutet es Mut zu haben in einem neuen Land mit fremden Menschen, einer anderen Kultur und einer neuen Sprache?
Fragen, die jede Frau aus den drei unterschiedlichen Generationen für sich beantworten muss. Jede trägt ihr eigenes Gepäck mit, Ängste und Sorgen, aber auch Hoffnungen …
Die in Wiehl lebende Künstlerin Anne Fabeck präsentiert vom 30. September 2025 bis März 2026 eine Ausstellung im Amts- und Landgericht Düsseldorf – Werdener Str. 1. Die Einführung bei der Vernissage am 30. September um 15 Uhr hält Renate Seinsch von ENGELsART. Die Ausstellung ist montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr öffentlich über den Haupteingang zugänglich.
Am 23. September 2025 gab es eine interessante Lesung im Alten Baumwolllager: Dr. Silja Behre berichtete in nicht chronologischen Episoden aus ihrem Buch „Ephraim Kishon – ein Leben für den Humor“ – eine Biografie über die 60er, 70er und 80er Jahre des Bestsellerautors in Deutschland.
Die studierte Historikerin lebt mit ihrem israelischen Mann und drei Kindern in Tel Aviv und war auf Einladung der KVHS Oberberg und ENGELsART ins Oberbergische gekommen.
In lebhaften Bildern erfuhren die Zuhörer von Kishons ersten Jahren in Budapest und seine Ankunft im damals noch zu gründenden Start Israel. Silja Behre beleuchtete, wie er ausgerechnet in Deutschland so erfolgreich sein konnte, welchen Anteil sein österreichischer Übersetzer an seinem Erfolg hatte und wieso Kishon trotz des Erfolges nicht zufrieden mit seinem Leben war.
Anschaulich und kenntnisreich berichtete Silvia Behre von Kishons Theater- und Filmkarriere, vom „deutschen“ und „israelischen“ Kishon, vom Satiriker und Hardliner israelischer Politik und von seinem Verdienst um die deutsch-israelische Annäherung.
Zum Abschluss des gelungenen Abends wurden vielfache Fragen des Publikums beantwortet, moderiert von Dr. Kristina Reiss von der VHS Oberberg.
Mitte September 2025 war ich mal wieder in der Villa Zanders in Bergisch Gladbach. Zwei Ausstellungen haben mich interessiert und natürlich auch die Aktion von Tim Beeby.
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So lautete die Aktion des Künstlers Tim Beeby am 3. Wochenende im September. Für mich war es interessant zu erfahren und zu spüren, was es mit mir macht, wenn ich die Wahl habe, eine der 130 Leinwände „Inks“ kostenlos mitzunehmen oder aber für den Marktwert zu kaufen? Im letzteren Fall jedoch mit Signatur, Titel und Datum.
Ist ein Werk erst dann ein Kunstwerk, wenn alle Daten sichtbar sind und für teures Geld verkauft wird? Oder ist ein Werk keine Kunst, wenn es verschenkt wird? Spannende Fragen, denn hinsichtlich der verwendeten Materialien und der Ästhetik gibt es keinen Unterschied …
Ich jedenfalls hatte Skrupel, ein Werk kostenlos mitzunehmen, war aber auch nicht bereit, für das kleinste Format 1400 Euro zu bezahlen.
Diese Ausstellung ist noch bis Ende Januar 2026 zu sehen und hat mich sehr begeistert. Von weitem sehen dieWerke von Eckart Hahn aus wie abfotografierte Papier-Collagen, aber bei genauerer Betrachtung entpuppen sie sich als Acrylmalerei auf Leinwand.
Fotografiert im Kunstmuseum Villa Zanders – Elke Erben
Mit einer unglaublichen Präzision gelingt es dem Künstler das Medium Papier sehr realistisch in unterschiedlichen Ansichten und Bedeutungen darzustellen – mit Farben und Pinsel. Eine wirklich sehenswerte Ausstellung für alle, die Papierarbeiten als Kunst wertschätzen …
… aber mit ganz viel Inspiration und Überraschungen. Noch bis zum 26. Oktober 2025 sind die Hängenden Skulpturen und Installationen aus Papier von fast 30 Künstler*innen zu bestaunen. Mal einfach geknickt oder aufwändig gerissen. Von der Decke abgeseilt oder an die Wand gepinnt.
Fotografiert im Kunstmuseum Villa Zanders – Elke Erben
Ein Abend voller Lebensfreude präsentierte ENGELsART am 4. Oktober 2025 im Alten Baumwolllager.
Claudia Sofia von den Kapverdischen Inseln begeisterte das Publikum mit ihrem Gesang, dem unbändigen Spiel auf der Gitarre und den selbstgeschriebenen Songs aus ihrer neuen CD „Mas Um Melodia“.
Foto: Ulrich Faßbender – Leverkusen
Gemeinsam mit Lucio Vieira am Bass und Markus Leukel am Schlagzeug gab es zwei Stunden Rhythmus pur. Und natürlich noch eine Zugabe. Da fiel es den Besucher-Füßen schwer, ruhig zu bleiben. Und wenn das Wetter etwas wärmer und die Getränke etwas exotischer gewesen wären, hätte man/frau sich wie im Urlaub fühlen können. Es fehlte nur der Blick aufs Meer …
Claudias Lieder sind tief verwurzelt in der Musiktradition ihrer Kapverdischen Heimat, gleichzeitig ist eine Offenheit für Elemente aus der brasilianischen und europäisch-amerikanischen Musikkultur bis hin zur klassischen Musik unverkennbar. Sie singt vom Leben und Lieben auf dem Inselarchipel vor der Küste Westafrikas, auf dem sich in den vergangenen 500 Jahren eine einzigartige kreolische Kultur entwickelt hat.
Am Sonntag, den 21. September 2025 war es wieder soweit: Ulrike Stausberg macht Kreativität der Teilnehmer*innen sichtbar, die im Verborgenen schlummern.
(c) Elke Erben – entstanden beim Workshop 2024
Mit einer freien, prozess- (und nicht ergebnis)orientierten Malerei – intensiv und überraschend. Von 10 – 18 Uhr im Alten Baumwolllager Engelskirchen. Kosten: 120 Euro inkl. Material und Verpflegung.
Anmeldungen und weitere Infos: info@ulrike-stausberg.de
Eine Reise in andere musikalische Welten war dieser Abend am Samstag, den 27. September 2025,im Alten Baumwolllager Engelskirchen.
Das Duo Magic Time – Stefan Heidtmann (li) und Frank Hüttebräuker (re) – komponieren und spielen schon seit vielen Jahren gemeinsam sinnlichen oder expressiven Jazz. Jetzt haben Sie sich Verstärkung gesucht und mit Praful (Ulrich Schröder- Mitte) einen Multi-Instrumentalisten und Sänger gefunden.
Für mich war es spanndend zu hören, wie die Musiker mit ihren Instrumenten (Keyboard, Gitarren, indische Flöten, Bariton-Ukulele, Saxophon und vieles andere) und den technischen Hilfsmitteln (Synthesizer, Effektgerät für Gitarre und Looper …) es schafften, das Publikum in ihren Bann zu ziehen.
Durch diese Schwingungen und Wiederholungen der einzelnen Rhythmen und Melodien und der Improvisationskunst der Musiker entsteht ein Hör- und Klangerlebnis der besonderen Art – eine Reise durch unterschiedlichste Kulturen und Kontinente, die beim Zuhörer Räume zur Reflexion und zum Träumen öffnet.
Auch wenn ich manchmal das Gefühl hatte, jeder spielt irgendwie was anderes – am Ende war es doch ein harmonisches Ganzes. Egal ob eine Hommage an die Schöpfung (Gaia Ma), eine Reise in den Regenwald (mit Vogelgezwitscher) oder Caribbean Sunset – vielfältige Rhythmen, die bewusst auch spirituelle oder schamanische Züge offenlegten.
Ein gelungener Abend mit neuen musikalischen Eindrücken. PS: Unbedingt auch mal nach der Bedeutung von „Praful“ googeln …
Noch bis zum 24. September 2025 ist im Kreishaus Bergisch Gladbach die obige Ausstellung zu sehen. Einige Künstler*innen von KiR in Rösrath und der Grube Weiß in Moitzfeld haben diese Ausstellung konzipiert.
Die Finissage findet am Mittwoch, den 24. September um 19 Uhr statt. Nochmals eine tolle Gelegenheit, mit den Künstler*innen ins Gespräch zu kommen.
Ich habe mir die Ausstellung am 4. September angeschaut und war sehr begeistert. Tolle Exponate und interessante Aussagen. Und mit Techniken und Kombinationen von Materialien, die ich so noch nicht wahrgenommen habe.
Z.B. wurden Fotos auf FineArt-Papier gedruckt und anschließend dezent mit Farbe übermalt. Oder Fotos mit persönlichen Statements beschriftet. Es wurden Gegenüberstellungen als quadratische Dipthychons präsentiert – mal minimalistisch und mal gefüllt. Aber immer überschaubar. Darüber hinaus gibt es aber auch filigrane Fineliner-Arbeiten, Fundstücke aus dem Wald oder inspirierende Collagen zu bestaunen.
Insgesamt eine spannende Ausstellung mit guter Hängung und einem inspirierenden Dialog. Es lohnt sich, bis zum 24. September mal ins Kreishaus Bergisch Gladbach zu fahren …
Schade nur, dass ich keine Erklärungen zu den Nummern an den Exponaten gefunden habe.