Schlagwort: Öl-Malerei

  • Interview mit Evelyn Knapp – 16.01.2026

    Ich treffe Evelyn in ihrem Zuhause in Engelskirchen – wie immer begegne ich einem freundlich lächelnden Menschen. Nach der Begrüßung ihres Mannes, den ich bisher nur dem Namen nach kannte, gehen wir hoch ins Atelier. In lockerer Atmosphäre beant-wortet Evelyn mir einige Fragen zu ihrer künstlerischen Seite.

    Was gibt es privat über Dich zu berichten?

    Ich bin 1940 in Masuren geboren und bin u.a. über Dortmund – wo ich meinen Mann kennengelernt habe – 1982 nach Engelskirchen gekommen. Schon 1964 haben wir geheiratet, bis 1969 als Postobersekretärin gearbeitet. Dann kam die Elternzeit, in der ich meine zwei Kinder großgezogen habe. Mittlerweile habe ich auch schon vier Enkelkinder.

    Wie bist Du zur Kunst gekommen?

    Im Grunde schon über die Schule – ich hatte immer gute Kunstlehrer.
    Und die haben mich bestärkt, daran zu arbeiten – zumindest privat.
    Ich hatte immer schon ein gutes Auge für Komposition und Farbgestaltung.

    Die Ergebnisse findest Du in meinen Skizzenbüchern, die ich alle aufbewahrt habe. Oder in dem Stapel Aquarell – das Einrahmen wäre zu teuer geworden.


    Außerdem habe ich (außer in der Elternzeit) Kunstkurse besucht – u.a. rund
    20 Jahre bei Margret Riese. Dazu Ausstellungen in Museen und Galerien angeschaut – viele Jahre lang mit Susanne Koller-Schmitz.

    Wie definierst Du Kreativität/Kunst für Dich?

    Mein Auge sieht etwas, was meinem Geist gut gefällt und mich angenehm berührt. Es entsteht ein inneres Bild – das ist im Grunde auch der Auslöser für mein Schaffen – damals wie heute. Dann setze ich mich hin und male es … meistens erst als schnelle Skizze, dann ausgearbeitet mit Aquarell oder Öl.

    Wie würdest Du Deine Kunst definieren?

    Sehr vielseitig hinsichtlich Motivwahl und mit ganz viel Spaß am Ausprobieren. Ein Thema, mit dem ich mich schon seit Jahren beschäftige, sind Menschen: Als Einzelporträt oder als Paare. Besonders stolz bin ich auf das Porträt von Elisabeth Klug, die aber leider 2025 im Alter von 100 Jahren verstorben ist.


    Welcher Künstler hat Dich möglicherweise geprägt?

    Ich bin nicht sicher, ob er mich geprägt hat, aber seine künstlerische Vielfalt mit den unterschiedlichsten Themen und Techniken bewundere ich an Pablo Picasso schon sehr. Kein Wunder also, dass ich ihn auch mal skizziert habe.

    Was bedeutet Dir künstlerischer Erfolg/Anerkennung?

    Ich denke jeder Mensch ist glücklich darüber, wenn er oder sie ein positives Feedback zu seinen Werken bekommt. Lob ist immer besser als Kritik – es sei denn ich kann daraus lernen.

    Mit welchen Farben arbeitest Du am liebsten?

    Mit Aquarell auf Papier – erst eine Skizze mit Bleistift oder Fineliner und dann die Farbe. Damit habe ich auch meine erste große Ausstellung im Rathaus Engelskirchen gehabt – gemeinsam mit Heide Braun. Den Zeitungsartikel habe ich immer noch.

    Aber natürlich auch mit Öl, das entschleunigt und ich muss mir vorher intensivere Gedanken über die Umsetzung machen.

    Arbeitest Du lieber allein oder mit anderen?

    Das Malen in der Gruppe hat mir immer viel Spaß gemacht, es lebte von Gesprächen, Inspiration und Feedback. Aber wirklich malen tue ich lieber in Ruhe in meinem Atelier. Dennoch sind viele meiner Arbeiten bei Treffen in der Gruppe entstanden: Vorwiegend Porträts und Garten-/Blumenbilder.


    Bist Du außer bei ENGELsART noch woanders Mitglied?

    Nein, ich bin schon seit Anfang an dabei. 1999 hat sich eine Gruppe zusammengefunden, die Kunst und Kultur in Engelskirchen einer breiten Öffentlichkeit präsentieren wollte. Ich denke das war eine sehr gute Idee.

    Zwischendurch habe ich aber auch bei den Kunstfreunden Oberberg 83 mit gemalt. Auch dort haben wir Ausstellungen präsentiert (u.a. im Oelchens-hammer) und Museen besucht.

    Was erhoffst Du Dir von einer Kunstinitiative?

    Genau das, was ENGELsART bietet: Ein Netzwerk von Künstler*innen, die sich austauschen und gemeinsam gestalten. Die von und miteinander lernen. Vielleicht mal gemeinsam Sketch-Crawlen und viel lachen.

    Welchen Stellenwert nimmt Kunst von anderen in Deinem Leben ein?

    Im Hinblick auf Schauen, Staunen und als Anregung einen großen. Aber ich habe nicht das Geld und den Platz um Kunst zu kaufen oder zu sammeln. Ich weiß ja nicht mal, wohin mit meinen eigenen Leinwänden … Aber zwei „externe“ Werke habe ich doch: Bei der Art Connection von ENGELsART habe ich mal ein Werk von Edith Fischer gewonnen und irgendwann vorher ein Bild von Graf von Spee (Sen.) geschenkt bekommen.

    Hast Du auch Kunst verkauft?
    Ja, immer mal wieder. Eine Zeitlang habe ich im Schaufenster vom Pflegedienst Graf/Kaltenbach jeden Monat zwei Werke ausgestellt, davon wurden auch einige verkauft – meistens Aquarelle. Aber natürlich verschenke ich hin und wieder auch Exemplare an Familienmitglieder oder Freunde.

    Hast Du einen künstlerischen Traum?

    Nein – ich wünsche mir lediglich, dass ich solange malen darf wie ich es noch kann.

    Auf meine letzte Frage: Hast Du ein Lebensmotto? schaut mich Evelyn mit großen Augen an.
    Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht, aber vielleicht wird es jetzt einmal Zeit dafür …

    Ich danke Evelyn sehr herzlich für den netten Vormittag und wünsche ihr und ihrem Mann noch viele glückliche, gesunde und kreative Jahre …
    Elke Erben