Im September 2026 gibt es im Alten Baumwolllager eine besondere Ausstellung zu sehen:
„ANTHROPOZÄN – SPUREN UNSERES TUNS“
Manuele Klein – Zwischen Asche und Atem
Eine vielschichtige künstlerische Auseinandersetzung mit einem der prägendsten Themen unserer Zeit: Dem Einfluss des Menschen auf die Erde und ihre ökologischen, gesellschaftlichen und kulturellen Systeme.
Der Begriff Anthropozän beschreibt ein Zeitalter, in dem menschliches Handeln zu einem bestimmenden Faktor für die Entwicklung des Planeten geworden ist. Die Ausstellung greift diese Fragestellung auf und lädt Besucher*innen dazu ein, über die sichtbaren und unsichtbaren Spuren unseres Handelns nachzudenken.
Mit Arbeiten von Detlev Weigand, Micha Ende, Odo Rumpf (v.l.n.r.) sowie Manuele Klein (oben) vereint die Ausstellung unterschiedliche künstlerische Positionen, Materialien und Ausdrucksformen. Die Werke bewegen sich zwischen kritischer Reflexion, poetischer Verdichtung und visionären Perspektiven auf die Beziehung von Mensch, Natur und Technik.
Jede der beteiligten Positionen nähert sich dem Thema auf eigene Weise: Mal stehen Transformation und Wandel im Mittelpunkt, mal die Folgen menschlicher Eingriffe in natürliche Kreisläufe. Dabei entstehen Arbeiten, die Fragen aufwerfen, Zusammenhänge sichtbar machen und neue Denk- und Erfahrungsräume eröffnen.
Schwerpunkt der Ausstellung ist das Projekt des Fotografen, Journalisten und Dokumentarfilmers Micha Ende: In Deutschland geboren, aber in der Welt zuhause. Seit 2008 lebt er in Brasilien und China.
In seiner Serie „Distant Neighbours / Ferne Nachbarn„ beschäftigt er sich mit der Frage: Zeigen die Menschen in Brasilien und China mehr Gemeinsamkeiten oder Unterschiede? Wie weit sind diese „entfernten Nachbarn“ wirklich voneinander entfernt? Und welche Auswirkungen hat die Ausnutzung und Zerstörung der Erde von den Menschen auf den Menschen?
Fotos aus der Serie: „Terra em Chamas / Brennende Erde“ – Micha Ende
Ein Projekt, das schon seit 2017 vom Goethe-Institut finanziell unterstützt wird. Es ist die erste wirkliche Kooperation mit deutschen Künstlern im Rahmen und unter einem gemeinsamen Nenner „Spuren unseres Schaffens“ von Distant Neighbours.
Das Alte Baumwolllager wird für die Dauer der Ausstellung zu einem Ort des Dialogs über Verantwortung, Veränderung und Zukunft. Die gezeigten Werke verstehen sich nicht als abschließende Antworten, sondern als Einladung, die Gegenwart aus neuen Blickwinkeln zu betrachten und die Spuren unseres Tuns bewusst wahrzunehmen.
Vernissage: Samstag, 5. September 2026 – 19 Uhr
Finissage: Sonntag, 27. September 2026 – 15 bis 18 Uhr
Kostenloses Begleitprogramm:
Freitag, 18. September 2026 – 19 Uhr
Vortrag von Micha Ende: „Von der Hand in den Müll“ oder „Ferne Nachbarn“
Hier erfahren Sie mehr über die Geschichte des Projekts „Distant Neighbours“ und die Philosophie des in Köln registrierten gemeinnützigen Vereins DN.
Anschließend gibt es ein Künstlergespräch mit Micha Ende, Odo Rumpf, Detlev Weigand und Manuele Klein
Gäste sind herzlich eingeladen, an diesem Abend Kunst, Diskussion und Begegnung miteinander zu verbinden.
Öffnungszeitenjeweils 15 bis 18 Uhr:
Donnerstag: 10. / 17. / 24. September
Freitag: 11. / 18. September
Samstag: 12. / 19. September
Sonntag: 06. / 13. / 20. / 27. September
und nach Vereinbarung:
Manuele Klein 0157 7351 0676 Micha Ende 0160 7049 538
Oberbergische Künstler*innen präsentierten im Juli 2026 jeweils ihr bestes Werk aus dem Jahr 2025.
Dies war das erste Mal, dass ENGELsART eine Ausstellung dieser Größe mit fast 60 Künstler*innen durchgeführt hat.
Eine zeitliche und logistische Heraus-forderung, aber es hat sich gelohnt.
Plakat — Klick -> Anzeige als PDF
Die VERNISSAGE am 5. Juli 2026 war brechend voll. Mehr als 120 interessierte Besucher*innen haben das Alte Baumwolllager besucht. Aber auch zur Finissage am 26. Juli und den weiteren Öffnungszeiten war die Resonanz super. Es waren immer einige Künstler*innen anwesend, so dass tolle Gespräche geführt und schon neue Kontakte geknüpft werden konnten. Viele haben sich für den Verteiler eingetragen, sind Mitglied bei ENGELsART geworden und es wurden auch einige ausgestellte Exponate verkauft …
Viele Beteiligte sowie Gäste haben schon nachgefragt, wann denn die „Best of 2026“ in 2027 stattfinden wird. Mal schauen, wahrscheinlich war das der Beginn einer spannenden Serie …
Flyer — Klick – als PDF
Folgende KünstlerInnen haben sich beteiligt:
Ilona Banaszek – Gabi Birth – Wibke Birth – Melanie Bollmann – Michael Broemel – Elisabeth Bruns – Susanne Buik – Sylvia Buik – Heidi Cordier – Rosemarie Decker – Katja Dörr – Nicole Elsenbach – Michael Erbach- Elke Erben – Steffi Faymonville – Edith Fischer – Katharina Rebecca Hake – Lucie Hachenberg – Frank Henning – Simone Hölker – Nicole Jagenburg – Sylvia Jünger – Diana Jürgens – Silvia Kallabis – Linus Karthaus – Marion Klein-Palubitzki – Ninon Kucharczak – Heike Kurth – Joachim Lahr – Peter Leins – Karin Leßmeier – Anke Lohbeck – Daniela Lutz-Horchler – Hedda Melzer – Dorothea Meiers – Maria Möller – Barbara Niesen – Anika Nonn – Nicole Otto – Erich Perder – Elena Plötz – Wiltrud Reich – Jochen Reincke – Ulrike Rieger – Marion Sachsenröder – Thomas Schramm – Ingelore Schumacher – Renate Seinsch – Angela Streffing – Kirsten Vetter – Anja Vorländer – Gero Voss – Sabine Wallefeld – Angelika Wegner – Anja Wienpahl – Uwe Wintersohl – Dirk Wollenhaupt
Da wir bisher die Bereiche „Landschaft“ und „Abstrakt“ besprochen haben, werden wir uns beim nächsten Mal mit den Genres „Portrait“ und „Architektur“ beschäftigen.
Elke Erben sucht wieder jeweils zwei Bilder aus der künstlerischen Fotografie raus, die wir erst einzeln und dann im Vergleich analysieren.
Das nächste Treffen findet statt: Donnerstag, 2. Juli 2026, 18 Uhr im Alten Baumwolllager
Wer auch mal vorbeischauen möchte, schickt bitte ein kurze Mail an veranstaltung@engelsart.de – oder kommt einfach vorbei …
Parallel zur Ausstellung „Druck & Poesie“ im Frühjahr 2026 hat ENGELsART zu einer Schreibwerkstatt mit Sabine Wallefeld eingeladen.
Fünf Frauen hatten sich getroffen und ihre Gedanken zu einigen Exponaten geschrieben.
Gestartet wurde mit einem Zitat von Friedrich Schiller: „Kunst ist die Tochter der Freiheit“
Text von Daphna Koll: Wenn ich diesen Worten nachspüre, will ich dies bejahen. Die Freiheit ist ein Ort für Inspiration. Hier kann ich allen Sinnen „die lange Leine“ geben, mich aussetzten, einlassen, offen für Einfälle bleiben, das Gewicht von Worten (Leichtigkeit / Schwere) ertasten, die Waage schwingen lassen und – spielen lernen. Schauen, was sagbar, was mit-teilbar ist. Worte aufgreifen, verwerfen, Wegsamkeit prüfen, Festigkeit geben durch Dichte. Die Töchter und Söhne wachsen heran.
Text von Elke Erben: Ein schönes Gefühl Tochter zu sein. Ich heiße Kunst, mit Nachnamen Freiheit. Das gibt mir unendlich viele Möglichkeiten mich zu entfalten. Das zu tun, was für mich gut und sinnvoll ist. Dinge auszuprobieren, die ich eventuell nicht tun würde. In Kontakt zu kommen mit Menschen, von denen ich lernen kann. Die mich ermutigen. Mit Materialien zu spielen und zu experimentieren. Farben und Formen zu verknüpfen. Themen zu bearbeiten, die mir wichtig sind. Meine Geschwister heißen Neugier und Inspiration, mein Vater Mut. Ich bin dankbar, dass es Euch gibt.
Weiter ging es mit einer Bildbeschreibung:
Röntgenbilder
Durchsicht, Einsicht, Ansicht, durchscheinende Karten. Wer „es“ wissen will, schaut hinein,durchleuchtet ein Bild – noch geheimnisvoll -, eine analytische Offenbarung zwischen Schatten und Wahrheit mit Licht gezeichnet.
Die Oberfläche zeigt reale Formen, bekannt – vertraut, verlässlich, wie eine schonende Decke, ein mildes Tuch. Die gewählten Motive stören die Durchsicht, wollen nicht wissen, machen etwas Anderes mit einer „Wahrheit“, verdrängen die Botschaft, wollen s c h ö n sein.
Spuren, die eingeschrieben sind, Zeichen, die gelesen sein können.
Der erste Blick: Zwei Gestalten, reduziert, Rückenansicht ohne Arme, Beine eng aneinander, Füße unsichtbar. Eine Figur grün, die andere weiß auf rotem Grund füllen fast das ganze Bild.Hintergrund weiß mit schwarz-grünen und roten Streifen.
Was sehe ich? Die Umrisse der Figuren sind gleich. Doch wirken sie unterschiedlich.
Druck: Christiane Klapdor Text: Susanne Rejeb
Roter Hintergrund vergrößert, verbreitert Körper und Kopf, durch Farbe und Form mächtiger, dominierend, rot bedrängt die grüne Körperseite, übergriffig. Rote Fackel über dem Haupt, Einfluss nehmend auf den Geist. Grün kann sich noch behaupten, lässt einen Raum offen zum Rand. Unsicher. Wirre weiße Kringel zeigen innerliche Zerrissenheit. Rechts dagegen starke, senkrecht verlaufende Geraden, nur tangierend, unterstreichen aufrechte Haltung, bieten Schutz, grenzen ab. Weiße Rundungen über der Schulter, nichts lastet, nichts stört, Ruhe. Auf grüner Schulter schwarze Linien, Gewicht. Dennoch: Zarte grüne Sprenkel in den weißen Streifen zwischen den Beiden. Hoffnung. Sie werden ihren Weg gemeinsam gehen.
Zu diesem Bild gibt es weiter unten noch eine Bildgeschichte …
Texte: Elke Erben
Druck links: Daphna Koll
Ein langes, schmales Etwas – ca. 2,5 x 70 cm groß. Ein weißer Hintergrund und ein schwarzer Vordergrund. Unterbrochen durch weiße Linien oder freie Flächen. Oben ein Oval. Zwischendurch dickere Flächen im Wechsel mit dünnen Linien. rund um das Oval weniger Farbauftrag/Druck.
Zu diesem Bild links gibt es unten noch eine Bildgeschichte …
Druck oben: André Nowack
Ein nahezu quadratisches Bild. Linien in horizontaler und vertikaler Richtung. Nicht exakt, sondern willkürlich eingeritzt ins Holz. Mal dünner und mal dicker. Die Flächen zwischen den Vertiefungen sind monochrom mit einem Blau/Grün/Türkis gefärbt. In unterschiedlichen Helligkeitsstufen, flächig mit Struktur. Ach die Tiefe der Rillen variieren. Ebenso deren Breite und Helligkeit.
Zum Schluss war noch Zeit für eine Bildgeschichte:
Der große Krah mit scharfem Blick Durchdringt er dichGefährlich Hockt in seinem Federkleid Den riesigen Schnabel schon bereit Zu stürzen auf eine kleine Maus Die armen Tierchen packt der Graus Oh, großer Krah, bitte um Gnade Wär um die Mäuschen jammerschade
Druck: Beate Mittelberg Text: Susanne Rejeb
Silhouetten plötzlich ein ungutes Gefühl. Wenn aus dem Nichts Gefahr lauert,bin ich bereit zu rennen?
Nähe jetzt ist es ganz anders. Keine Angst und keine Flucht, nur das was ist – Begegnung.
Druck: Daphna Koll Text: Elke Erben
Druck links: Christiane Klapdor
Dreiklang mit Kreisen farbige Flächen im Bild Bewegung spürbar
Ohne Abbildung zum Druck von Rainer Aring
Ist doch nur ein Kuss denkt der Verstand – doch das Herz spürt ganz viel Liebe
Haikus: Elke Erben
Druck von Daphna Koll:
Ein langes Etwas in Schwarz und Weiß kein Titel und keine Idee. Dennoch sofort verliebt in dieses Grafische die Eleganz des Unscheinbaren.
Keine sich aufdrängenden Farben aber eine ungewöhnliche Form. Ist es das, was mich anspricht und die Gedanken zum Fließen bringen? Nach dem Motto: weniger ist mehr.
Druck von Christiane Klapdor:
Zwei Wesen ein ICH, ein DU vielleicht sogar ein WIR. Jedes für sich oder doch gemeinsam? Erst jetzt oder schon länger? Mit Blick zurück oder nach vorn? Mit Kribbeln im Bauch oder aus Gewohnheit? Wer weiß das schon.
Wichtig ist nur, dass es sie gibt – diese zwei Wesen.
Parallel zur Ausstellung „Druck & Poesie“ gab es einen kleinen Workshop. Am 11. April zeigten Rainer Aring und einige andere beteiligte Künstlerinnen, wie Drucke hergestellt werden. Auf Linolplatten, CD oder Tetrapack, mit Werkzeug und Nadeln sowie Farben und natürlich mit einerDruckpresse.
14 Teilnehmer*innen sowie einige Zuschauer*innen konnten sich selbst ein Bild machen, wie viel Spaß – aber auch Mühe – es macht, einen Druck vorzubereiten. Oder sich experimentell darauf ein- und überraschen zu lassen. Doch mit den Ergebnissen waren alle sehr zufrieden.
Ein rundum gelungener Nachmittag, den wir unbedingt noch mal wiederholen sollten.